#SelbstFürSorge

Aktualisiert: 14. Juli

SelbstFürSorge in Zeiten wie diesen...

Wie das Wort schon ausdrückt: ich sorge für mich. Ich achte (auf) mich und sorge dafür, dass ich meine Energiereserven immer wieder auffülle, um für mich und andere gut sorgen zu können.


Wie soll das aber gehen? Gerade im BerufsAlltag, Familie, Hobbies, ... und die vielen anderen Verpflichtungen, die diese besonderen Zeiten mit sich bringen?

Ich kann dich gut verstehen, denn ich kenne das zur genüge. Besonders in den letzten zwei Jahren, die doch so vieles von uns abverlangt haben: Veränderungen wie Homeoffice oder Homeschooling, Kontakte auf Abstand, Einsamkeit in der Isolation, Krankheit und Todesfälle.

Dann die Frage nach dem Richtig oder Falsch? Mitmachen oder dagegen tun?

Ich denke, diese Liste kann individuell noch weiter fortgeführt werden.


Ich möchte in diesem BlogBeitrag aber nicht über das Geschehene berichten oder darüber sprechen. Viel mehr möchte ich mit dir teilen, was mir in dieser Zeit besonders hilft bzw. auch meinen Klient*innen. Du kannst unter Kommentaren gerne auch deinen Beitrag hinterlassen. Das wäre sicher eine Bereicherung.


Nun genug. Worüber ich heute schreibe?


SelbstFürSorge


SelbstFürSorge hat mit Selbstmitgefühl zu tun:


Wie viele Menschen fühlen sich in unserer wettbewerbsorientierten Gesellschaft wirklich wohl in ihrer Haut? Oft habe ich den Eindruck, wir müssten uns ständig als ganz besonders, ganz erfolgreich oder herausragend fühlen, um uns als wertvoll zu betrachten. Fehler oder Schwächen haben gleich einen fahlen Beigeschmack des Versagens.

Und ehrlich: da ist auch was dran. In der Schule -als Kind - erfahre ich schon, dass nur Beste Leistungen gelten; im Berufsleben sollten lieber keine Fehler gemacht werden; in der Weltgeschichte sehen wir sogar, dass Fehler oder auch AndersSein oft grausam bestraft werden.

Unser Alltag wird bestimmt von einem Selbstwertgefühl, dass wir nie erreichen können. Irgendwann ist dieses höher, schneller, besser eben ausgeschöpft.

Was dann? In den Spiegel zu schauen - buchstäblich und im übertragenen Sinne - wird uns dann noch mehr erschüttern. Das was wir sehen, wird uns nicht gefallen. Und wieder - der Beigeschmack des Versagens, der Scham.


Dann - so das Muster des Wettbewerbs - müssen wir noch härter trainieren, härter (an uns) arbeiten, härter kämpfen. Folgen wir aber diesem Verhaltensmuster, dann fügen wir uns ein unglaubliches Maß an emotionalem Schmerz zu.

Fazit: Ausgelaugt und ausgepowert verlieren wir nicht nur das Vertrauen in unsere eigenen Fähigkeiten und Potentiale, sondern wir verfallen auch der Hoffnungslosigkeit.

Und den gesellschaftlichen "Anforderungen" nicht zu entsprechen führt zu noch mehr Selbstverurteilung, Selbstabwertung, ... und die Spirale führt immer weiter abwärts.


Ein anderer Weg?


Was du dagegen tun kannst? Höre auf, dich fortwährend zu bewerten oder zu beurteilen. Das geht fast nicht. Stimmt, oder? Achte in den kommenden Tage einmal darauf, wie oft dein innerer Kritiker dir sagt:

  • Oh, wie bin ich blöd.

  • So schrecklich.

  • Ich hätte es noch besser gekonnt.

  • Die Frisur heute...

  • Schon wieder.

  • ...

Hörst du dich? Welche Sätze kommen dir noch in den Sinn?

Mir tut es immer auch weh, wenn Menschen sich selber Trottel, dumm, ... nennen.

Würdest du deinen besten Freund, deine beste Freundin so nennen?


Übung:


Achte in den kommenden Tagen darauf:

  1. Welche Worte du wählst, wenn dir etwas (in deinen Augen) nicht so gut gelingt.

  2. Dir innerlich vorzustellen, dass du jetzt dein bester Freund, deinen beste Freundin bist. Wie würdest du sie ansprechen?

Vielleicht spürst du jetzt schon einen Unterschied?!



SelbstFürSorge beginnt damit, dass wir den Versuch unterlassen, uns ständig als gut oder schlecht einzustufen. 


Du darfst dich mit derselben Freundlichkeit, Fürsorge und demselben Mitgefühl behandeln, wie du deine*n beste*n Freund*in behandeln würdest. 


Das ist Selbstmitgefühl. 


Selbstmitgefühl als Schutz gegen den inneren Kritiker


Versetze dich nochmals in die Lage, in der dir ein Missgeschick passiert ist. Setze dich ruhig hin und höre in dich hinein. Was nimmst du gerade wahr? Welche Emotionen und Gefühle sind gerade da?

Dann stell dir vor, wie du vor dir stehst - du als dein bester Freund, deine beste Freundin. Dich selbst darauf ansprichst was das gerade passiert ist und was du fühlst.



Selbstmitgefühl bietet dir Schutz gegen harte Selbstkritik und hilft dir, gelassener und entspannter aus deinen Fehlern zu lernen. 


Selbstmitgefühl bietet dir Schutz gegen harte Selbstkritik, weil du auf dein Tun blickst ohne dabei als perfekt oder besser als andere dastehen musst.


Selbstmitgefühl bietet dir dieselben Vorteile wie ein hohes Selbstwertgefühl. Aber es verhilft dir zu einem vertrauteren Umgang mit dir selbst.


"Immerhin ist das Mitgefühl dasselbe, ob wir es nun uns selbst oder anderen Menschen entgegenbringen." (Kristin Neff)


Quelle: Vgl. Kristin Neff, Selbstmitgefühl, kailash, 2012





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