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Männlichkeit und Vaterschaft - zwischen alten Rollen und neuen Möglichkeiten

30. Sept.
2 Min. Lesezeit

Viele Männer wollen heute anders Vater sein als ihre eigenen Väter. Aber alte Rollenbilder wirken oft weiter, als uns bewusst ist.

„Sei stark.“

„Reiß dich zusammen.“

„Ein Mann muss Verantwortung übernehmen.“

„Du musst deine Familie versorgen.“

Solche Sätze müssen gar nicht ausgesprochen werden, um Wirkung zu haben.

Wir lernen Vorstellungen darüber, was ein Mann sein soll, sehr früh.

Und diese Vorstellungen begleiten uns auch in die Vaterschaft.


Das alte Bild vom Vater

Lange war die gesellschaftliche Rollenverteilung relativ eindeutig:

Der Mann verdient das Geld.

Die Frau kümmert sich um Haushalt und Kinder.

Dieses Modell hat sich verändert. Aber innere Rollenbilder verändern sich nicht automatisch mit gesellschaftlichen Veränderungen. Viele Männer wollen heute präsentere Väter sein und gleichzeitig erfüllen sie weiterhin die Erwartung, stark, leistungsfähig und unabhängig zu sein. Das kann zu einem inneren Widerspruch führen. Viele Männer sind innerlich auf der Suche nach diesen neuen Rollen. Jedoch wie sehen diese aus? Wer lebt sie uns vor?


Ein neuer Vater darf mehr können als funktionieren

Ein Vater darf stark sein. Aber er darf auch erschöpft sein.

Er darf Verantwortung übernehmen. Aber er darf auch um Hilfe bitten.

Er darf Lösungen finden. Aber er muss nicht jedes Gefühl seines Kindes lösen.

Er darf Grenzen setzen. Und gleichzeitig Nähe zulassen.

Für mich bedeutet moderne Vaterschaft deshalb nicht, dass Männer „wie Frauen“ werden sollen. Für mich bedeutet moderne Vaterschaft, dass sich Männer in ihrem tiefsten Wesen und Sein kennenlernen und aus dieser Kraft - die da entsteht - Vater und Partner sind.

Es geht also vielmehr darum, das eigene Verständnis von Männlichkeit zu erweitern. Dies gelingt, wenn wir entspannt sind. Unter Stress?


Was passiert unter Stress?

Neurosystemisch betrachtet ist besonders interessant, was passiert, wenn wir unter Druck geraten. Dann greifen wir häufig auf automatisierte Muster zurück.

Der eine wird laut. Der andere zieht sich zurück.

Einer beginnt alles zu kontrollieren. Ein anderer flüchtet in Arbeit, Sport, Handy oder andere Beschäftigungen.

Das geschieht häufig schneller, als unser bewusster Verstand reagieren kann.

Deshalb reicht es nicht immer, sich vorzunehmen: „Ich möchte geduldiger sein.“

Die wichtigere Frage lautet:


Was passiert eigentlich in mir, kurz bevor ich ungeduldig werde?


Wenn ein Mann diese Momente wahrnimmt, entsteht Handlungsspielraum.

Vielleicht einen Atemzug länger warten. Vielleicht kurz rausgehen.

Vielleicht sagen:

„Ich bin gerade ziemlich angespannt. Ich brauche fünf Minuten.“

Das ist keine Schwäche. Das ist Selbststeuerung. Das ist Selbstregulierung.

Mit hoher Vorbildwirkung für unsere Kinder.


Männlichkeit darf beweglicher werden

Vielleicht brauchen wir Männer keine neue Rolle. Vielleicht brauchen wir mehr Freiheit innerhalb der Rollen.

Ein Mann darf fürsorglich sein, ohne seine Männlichkeit zu verlieren.

Er darf emotional sein, ohne weniger stark zu sein.

Er darf Nähe brauchen und Grenzen setzen.

Er darf Verantwortung übernehmen.

Und er darf auch sagen:

„Ich weiß gerade nicht weiter.“


Das ist für mich keine Abkehr von Männlichkeit.

Es ist eine erwachsenere Form davon. Denn ein Vater, der sich selbst regulieren kann, schafft etwas Entscheidendes:

Er muss seine Gefühle nicht mehr an seinem Kind ausagieren.

Er kann mit ihnen umgehen.

Und genau das ist eine wichtige Form von Vorbildwirkung.


Wie geht es dir mit diesen Gedanken? Was brauchst du gerade? Lass es mich gerne wissen und schreib mir doch.

Vielleicht bestimmst du das nächste Thema mit? Unverbindlich. Diskret.

Weil wir Männer Verantwortung übernehmen.


MännerRolle? Wie geht das?
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