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Wenn Funktionieren nicht mehr reicht

Warum viele Männer erst spät merken, dass sie innerlich feststecken – und was dann hilft

Es gibt einen Punkt, den viele Männer kennen – aber selten aussprechen.

Nach außen läuft es. Arbeit, Verantwortung, vielleicht Familie. Du tust, was zu tun ist.

Und gleichzeitig entsteht innen etwas, das schwer zu greifen ist:

Unruhe. Druck. Leere. Gereiztheit. Rückzug.

Kein Zusammenbruch. Aber auch kein wirklicher Kontakt zu dir selbst.

Und genau das macht es so schwierig. Weil es lange „noch geht“.


Drei typische Situationen aus meiner Praxis

Fall 1: Der Funktionierende

Martin, 47, führt ein kleines Unternehmen. Er trifft täglich Entscheidungen, löst Probleme, hält alles am Laufen.

Im Coaching sagt er: „Ich weiß eigentlich gar nicht mehr, was ich will. Ich entscheide nur noch, was notwendig ist.“

Was sichtbar wird: Er funktioniert zuverlässig – aber ohne innere Beteiligung. Entscheidungen entstehen aus Druck, nicht aus Klarheit.

Fall 2: Der Zurückgezogene

Thomas, 39, in einer Beziehung. Nach außen ruhig, konfliktscheu, „pflegeleicht“.

Seine Partnerin sagt irgendwann: „Ich komme nicht mehr an dich ran.“

Im Gespräch zeigt sich: Er vermeidet Spannung so konsequent, dass er sich selbst unterdrückt. Was fehlt, ist nicht Liebe – sondern Präsenz.

Fall 3: Der Dauerangespannte

Lukas, 42, leistungsorientiert, engagiert. Er beschreibt sich selbst als „ständig unter Strom“.

„Ich kann nicht abschalten. Und wenn ich nichts tue, kommt sofort Unruhe.“

Hier geht es nicht um fehlende Disziplin. Sondern um ein Nervensystem, das nie wirklich in Ruhe kommt.


Was diese Situationen gemeinsam haben

Die Männer sind nicht „zu wenig“. Im Gegenteil.

Sie haben gelernt:

  • Verantwortung zu übernehmen

  • durchzuhalten

  • zu funktionieren

Aber genau diese Fähigkeiten werden zum Problem, wenn sie dauerhaft gegen die eigene innere Realität laufen.

Dann entsteht ein Zustand, den viele schwer benennen können: Du bist da – aber nicht wirklich in Kontakt.


Meine eigene Erfahrung

Ich kenne diesen Zustand nicht nur aus der Arbeit mit Klienten.

Ich kenne ihn von mir selbst.

Phasen, in denen ich viel getragen habe –und gleichzeitig den Kontakt zu mir verloren habe.

Nach außen ruhig. Innen angespannt. Fast zum Platzen.

Ich habe lange geglaubt, ich müsste einfach „noch klarer denken“, „noch mehr verstehen“.

Was ich lernen musste, war etwas anderes: Nicht mehr gegen mich zu arbeiten. Wieder in Verbindung mit mir zu kommen.

Wahrzunehmen, was in mir gleichzeitig da ist – auch wenn es widersprüchlich ist.

Das ist kein schneller Prozess. Aber ein entscheidender.


Was im Coaching tatsächlich passiert

Viele haben die Vorstellung: Man(n) redet – und irgendwann wird es besser.

So arbeite ich nicht.

Coaching bedeutet für mich: gemeinsam präzise hinschauen und konkret verändern.

Typischerweise passiert Folgendes:


1. Wir klären, was wirklich los ist

Nicht nur das offensichtliche Problem – sondern die Dynamik dahinter.

Zum Beispiel:

  • Ein Teil will Ruhe

  • ein anderer treibt weiter an

Solange das unklar bleibt, bleibst du im inneren Konflikt.


2. Du lernst, innere Spannung zu regulieren

Nicht durch „wegmachen“ – sondern durch Verstehen und Halten.

Das verändert:

  • wie du reagierst

  • wie du entscheidest

  • wie du in Kontakt bleibst


3. Du richtest dich neu aus

Nicht theoretisch. Sondern konkret:

  • klare Entscheidungen

  • ehrliche Gespräche

  • spürbare Veränderungen im Alltag


Woran du merkst, dass sich etwas verändert

Nicht an großen Erkenntnissen. Sondern an kleinen, klaren Verschiebungen:

  • Du triffst Entscheidungen und bleibst dabei

  • Du hältst Spannung aus, ohne dich zurückzuziehen

  • Du wirst ruhiger – aber nicht passiver

  • Du spürst wieder, was dir entspricht

  • Du wirst klarer in Beziehungen


Ein erster Schritt (konkret)

Du musst nicht alles sofort lösen.

Aber du kannst anfangen, genauer hinzuschauen.

Eine einfache Frage für dich:

Wo in deinem Leben funktionierst du gerade – obwohl etwas in dir längst merkt, dass es so nicht weitergeht?

Nimm dir einen Moment dafür. Ohne sofort eine Lösung zu suchen.


Zum Schluss

Viele Männer warten zu lange. Nicht, weil sie nicht wollen.

Sondern weil sie gelernt haben, alleine klarzukommen.

Manchmal stimmt das auch. Und manchmal nicht mehr.

Wenn du merkst, dass du dich irgendwo in diesem Text wiederfindest, dann kann ein Gespräch ein sinnvoller nächster Schritt sein.

Nicht als große Entscheidung. Sondern als Beginn von Klarheit.


Coaching im Cafe am Waldrand

Meine Arbeit ist geprägt von echter Lebenserfahrung. Ich weiß, wie sich Krisen, Umbrüche und Unsicherheit anfühlen.

Vielleicht ist genau deshalb mein Blick auf Menschen geprägt von Geduld, Respekt und Vertrauen in ihre Fähigkeit zur Veränderung.

Ich bin dankbar, für all die Wegbegleiter*innen die ich hatte und die mich in all meinen Schritten unterstützt haben... vielleicht genau deshalb bin ich jetzt hier und möchte auch mit dir einen Teil meiner Erfahrung teilen. Vielleicht sogar deine nächsten Schritte?


Mann in den Bergen, wandern.
Coaching als Wanderung, als Weg zu sich selbst
Systemisches Coaching oder psychosoziale Beratung als sinnvoller Schritt in ein erfülltes Leben? Ja.

 
 
 

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Im Cafe am Waldrand entstehen Gespräche über das Leben.


Manchmal ruhig.
Manchmal intensiv.


Aber oft mit einem Ergebnis:


Mehr Klarheit.
Mehr Ruhe.
Mehr Verbindung zu sich selbst.


Glücklich sein.
Ist möglich.

Bernhard Dünser BEd, MA

Systemischer Coach | Supervisor 

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